Der Torii Bau zu Öschelbronn - Karate Gäufelden

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Der Torii Bau zu Öschelbronn

Berichte > 2019

Seit Mitte Dezember 2019 hat Gäufelden-Öschelbronn eine neue Attraktion. In einer Grundstückseinfahrt, stilvoll und erhaben unter einem großen Zedernbaum, steht neuerdings ein riesiges japanisches Torii. Torii sind Elemente der traditionellen japanischen Architektur. Es handelt sich dabei um Tore, welche in der Regel aus Holz gefertigt werden. Jedes Tor hat zwei Querbalken: den oberen (kasagi), der auf den beiden senkrechten Säulen aufliegt, und den unteren (muki), der durch die senkrechten Säulen hindurchgeht und sie miteinander verbindet.

Ein Torii kennzeichnet den Durchgang zwischen der „körperlichen Außenwelt" und einer „geistigen Welt oder Andachtstätte". Das weltweit bekannteste Torii befindet sich vor der japanischen Insel Miyajima. Das für das Wort Torii verwendete japanische Schriftzeichen bedeuten „Vogelsitz". Es ist nicht bekannt, wo diese Bezeichnung herrührt. Naheliegender ist die weitere Interpretation dieses japanischen Schriftzeichens mit dem gleichlautenden Verb „tōri-iru", was „hindurchgehen und eintreten" bedeutet. Dank seiner einprägsamen Form ist das Torii zu einem Erkennungszeichen der traditionellen japanischen Kultur schlechthin geworden.

Und da Karate seinen Ursprung aus der japanischen Präfektur der Insel Okinawa hat, lag es auf der Hand, dass in Vorstand Heiko Zimmermann im August 2019 die Idee reifte, unserem Ehrenvorsitzenden Hans-Peter Bieryt zu dessen Geburtstag ein Torii zu schenken. Zusammen mit Alexander Haupt, der als gelernter Tischler, Holztechniker und Konstrukteur im Yacht- und Messebau das nötige Fachwissen mitbringt, wurden verschiedene mögliche Varianten diskutiert.

Eine der Varianten war ein kleines Torii für den Garten, gerade so hoch, dass es möglich gewesen wäre, aufrecht hindurchzugehen. Nicht schlecht; aber noch nicht das, was Vorstand Zimmermann vorschwebte. Die zweite Variante sprengte dann etwas mehr die Vorstellungskraft. Ein großes Torii, das die gesamte Grundstückseinfahrt überspannen sollte. Groß genug, damit auch ein Auto bequem durchfahren kann. Aber ist es wirklich machbar ein Torii mit einer Gesamthöhe von fast vier Metern, einer Breite von rund sechs Metern und einem Gesamtgewicht von über 200 Kilogramm zu bauen und aufzustellen? Heiko brannte für diese Möglichkeit und dieses einmalige und herausragende Projekt. Alexander erstellte detaillierte Pläne um die Machbarkeit zu prüfen und um Angebote für das benötigte Material möglichst detailliert und genau einholen zu können.

Die ersten Kostenplanungen waren erschreckend und etwas niederschmetternd. Würde das Torii-Bauprojekt nun am Geld scheitern? Aber Karatekas sind ausdauernd und geben auch nicht so schnell auf. Denn dafür war die Idee und die Vorstellung so etwas Großartiges und Überragendes zu realisieren einfach zu verlockend. Es wurde eine geheime und konspirative „Torii Whats App Gruppe" gegründet, um die interessierten Vereinsmitglieder auf dem Laufenden zu halten. Mitglieder dieser Gruppe holten weitere Angebote zu den benötigten Materialen ein und die Kosten erschienen nunmehr nach und nach für alle stemmbar. Fantastisch, dass so viele Mitglieder des Dojos ihre tatkräftige aber auch finanzielle Unterstützung zusagten.

Vielen Dank nochmals dafür!

Pünktlich zum Geburtstag von Sensei Hans-Peter Bieryt Anfang Oktober konnte ihm im Training unter großem Beifall aller Karatekas ein kleines Modell seines Torii, die detaillierten Baupläne und eine schön gestaltete, von vielen Mitgliedern unterschriebene, Glückwunschkarte überreicht werden.

Nun konnte es endlich mit dem Bau des Torii so richtig losgehen. Als erste Baumaßnahme wurden die erforderlichen Fundamente für die H-Balkenträger erstellt. Aber ein Loch mit 60 x 60 cm und 1 Meter Tiefe mit Schaufeln und Spaten zu graben; das war kaum machbar. Also musste kurzerhand noch ein Bagger, dazu ein Betonmischer, Zement, Sand und Steine organisiert und transportiert werden. Toll, dass dies dank vieler Helfer und Unterstützer super geklappt hat. Unter Anleitung von Bauleiter Alexander, der sich das ein oder andere Mal auch gegen andere Meinungen von Helfern durchsetzen musste, konnten an zwei Samstagen die Fundamente errichtet werden. Eine wichtige Vorarbeit, denn die Balkenträger mussten perfekt einbetoniert sein, um später die Toriibalken sicher aufstellen zu können.

Zwischenzeitlich wurden die benötigten Holzbalken bei einer Zimmerei bestellt. Parallel galt es einen geeigneten Anhänger zu finden; denn mehrere sechs Meter lange und jeweils über 100 Kilogramm schweren Balken zu transportieren hat schon was. Sehr dankbar waren wir, dass die nun folgenden Arbeiten im Schuppen von Hannes Schäberle durchgeführt werden konnten. Herzlichen Dank an Hannes für diese Möglichkeit.

Und weiter ging es: die typischen Rundungen der noch rohen und unbearbeiteten Holzbalken mussten herausgearbeitet werden, die erforderlichen Schlitz- und Zapfenverbindungen gesägt und ausgestemmt und Löcher in die Balken gebohrt werden. Rasch stellte sich heraus, dass die vorhandenen Elektro Geräte für die Dimensionen der Balken zu klein und schwach waren. So musste Alexander, der den Großteil der anfallenden Arbeiten übernommen hatte, ständig improvisieren und viele zusätzliche Bearbeitungsschritte durchführen. Das kostete viel Zeit und noch mehr Nerven. Zum Schluss wurden auch noch alle Flächen geschliffen, grundiert und mehrfach mit der Toriitypischen roten und schwarzen Farbe gestrichen werden.

Danke an dieser Stelle an die Familie von Alexander für das Verständnis in dieser Zeit, dass der ein oder andere Abend und Samstag nicht Zuhause, sondern im Schuppen bei der Holzbearbeitung verbracht wurde. Dann war es soweit. Alle Einzelteile waren fertig bearbeitet und lagen zum Transport bereit. Das Wetter war uns noch einigermaßen wohlgesonnen und so konnte mit Traktor und Anhänger der Transport zu Sensei Hans-Peter erfolgen. Alles passte perfekt. Keine der gefertigten Verbindungen hakte, die vorgebohrten Löcher für die Schrauben waren tadellos und so fügte sich ein Teil zum anderen bis das Torii auf Montageblöcken gelegt, vollständig zusammengesetzt werden konnte.

Nun stand die letzte und wohl auch schwierigste Aufgabe des Tages an. Das Aufrichten und die sichere Befestigung in die einbetonierten H-Balkenträger. Hans-Peter höchstpersönlich hatte tatkräftige Unterstützung besorgt. Sein Cousin Bernhard „Benne" Maurer hob mit seinem Hebe-Wagen das gesamte Torii in die Lüfte. Es folgte eine gefühlt endlose Schrecksekunde, als das Torii abzurutschen und auf den Boden zu stürzen drohte. Mit Hilfe aller konnte dies aber zum Glück verhindert werden und das Torii doch noch sicher verschraubt werden.

Zur Erinnerung an dieses tolle Ereignis wurde abschließend eine gravierte Plakette am Torii angebracht. Damit war es vollbracht: ein einzigartiges, einmaliges und herausragendes Projekt wurde gemeistert. Dieses Mega-Projekt passt vollkommen zu unserem Dojo JIRIKI. Denn JIRIKI bedeutet „aus eigener Kraft". Mit Hilfe und Unterstützung vieler Mitglieder, Freunde und Förderer ist es gelungen, dass unser Dojo nun ein weiteres Wahrzeichen, ein Fotomotiv für Dojo Veranstaltungen, Sensei Hans-Peter ein wunderschönes Geschenk und Gäufelden-Öschelbronn ein neues Highlight bekommen hat.

Vielen Dank an ALLE!

02. Oktober - 07. Dezember 2019

 
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