Gasshuku in Tamm - Karate Gäufelden

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Gasshuku in Tamm

Berichte > 2019

Wir befinden uns im Jahr 2019 n. Christus.... Ganz Baden-Württemberg scheint seit der ersten Sommerferienwoche eine karatefreie Zone zu sein. ... Ganz BW?.... Nein! In der kleinen Stadt namens Tamm versammelten sich am 29. Juli eine erstaunliche Anzahl von über 800 Karatekas aus dem In- und Ausland zum größten Karate-Lehrgang Europas –dem Gasshuku.
Motiviert und voller Tatendrang hatten es sich die Teilnehmer zur Aufgabe gemacht, ihrem inneren Schweinehund über fünf Tage bei den dreimal am Tag stattfindenden Trainingseinheiten konzentriert, schwitzend, Widerstand zu leisten und sich in der Kampfkunst Karate weiterzuentwickeln. Und das Leben für die Tammer Bevölkerung während dieser Woche war nicht leicht. Mit großen Augen und wohl dem einen oder anderen Kopfschütteln über so viel Elan anfangs der Ferienzeit, bestaunten sie die schon im Morgengrauen zum ersten Training um 7 Uhr umherwuselnden „Weißkittel".

Auch aus dem kleinen Lager Gäufelden hatten sich Christof Seeger, Thomas Häcker, Ina Häcker, Heiko Zimmermann, Thomas Ziegler, Lars Ludwig, Anuschka Ludwig und Julie Ludwig   vom Karate Dojo Jiriki Gäufelden aufgemacht, um an diesem Spektakel teilzunehmen. Nicht nur mit Wohnwagen, Wohnmobil und Zelten steckten die Jiriki-Karatekas ihr Territorium auf den extra für die Übernachtung vorgesehenen Wiesen ab, der ein oder andere machte es sich im nahegelegenen Hotel, Jugendherberge oder Ferienwohnung bequem.

Dieses Jahr schien die ganze Gäufeldener Gruppe jedoch auf eine ganz besondere Art und Weise aufgeregt zu sein. Dies lag nicht nur an den aus Japan eingeflogenen JKA-Instructoren Tatsuya Naka, Mai Shiina, Chief-Instructor Johan La Grange aus Südafrika und den weiteren Instructoren, sondern vor allem wohl, weil sich Sensei Heiko Zimmermann, 1. Vorsitzender unseres Dojos, das Ziel gesetzt hatte, am Ende des Lehrganges zur Prüfung zum 5. Dan anzutreten.

Doch zuvor hieß es in die Gi’s (Karateanzüge) gehüpft und zu den drei in Tamm verteilten Trainingshallen zu pilgern. Die erste morgendliche Trainingseinheit widmete sich,  unter Anleitung und den scharfen Blicken der Instructoren, dem Verfeinern der Kata (Form). Nach einer anderthalbstündigen Pause wurden in der zweiten Trainingseinheit an den Kihon-Techniken (Grundschultechniken) gefeilt. Während der dann folgenden zweistündigen Pause konnten an den Trainingshallen sich, neben belegten Brötchen, auch an wohltuende warme Mahlzeiten gestärkt werden. In der letzten, aber nicht minder anstrengenden Einheit, wurde genaues Augenmerk auf die bessere Anwendung im Kumite (Kampf) gelegt.

Nach diesen drei Trainingseinheiten trafen sich die Jiriki’s entweder im an der Campingwiese gelegenen Sportheim oder im Ortskern zur Lagebesprechung. Die Tammer gaben sich sehr viel Mühe das Heer an Weißkitteln mit Speis und Trank und sogar  dem  ortseigenen Fanfarenzug bei Laune zu halten. Natürlich durfte auch ein Zaubertrank, in   Form eines kühlen Hopfensaft, bei diesem gemütlichen Teil des Tages nicht fehlen. So wurde nun jeder Tag bestritten. Die Zeit verging wie im Fluge und ehe sich‘s die Gäufeldener versahen, rückte der Tag der Entscheidung näher.

Am Freitag war es dann soweit ... Prüfungstag ... Schon beim Aufstehen merkte man, dass an diesem Tag etwas anders war, als an den vorherigen. Es lag eine gewisse Anspannung in der Luft. Denn natürliche war Heiko nicht der Einzige, der sich der Herausforderung einer Dan-Prüfung an diesem Tag stellte.
Auch wenn der Rest der Jiriki-Gäufeldener sich tapfer durch die letzten Trainingseinheiten kämpften,  so waren die Gedanken des ein oder anderen doch bei Heiko, der   hinter verschlossenen Türen bei den Prüflingen stand und darauf wartete zur Prüfung aufgerufen zu werden und unter den strengen Blicken des DJKB-Chiefinstructor Hideo Ochi (9. Dan) sein Bestes zu geben.

Und dann war es endlich soweit ... In der Festhalle hatten sich alle Prüflinge zur Bekanntgabe und Überreichung der Dan-Urkunden versammelt. Auch waren viele weitere Mitglieder unseres Dojos extra zur Verleihungsfeier angereist, sodass das Karate Dojo Jiriki Gäufelden sehr gut vertreten war. Die Prüflinge wurden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen, was bei unserem Herrn Zimmermann die Spannung natürlich wieder steigern ließ. Deshalb war es kaum verwunderlich, dass alle mit Erleichterung die Übergabe der aus japanischer Seide hergestellten Urkunde lauthals bejubelten und beglückwünschten. Heiko hat nun sein langersehntes Ziel erreicht und eine sehr zufriedene, aber ausgepowerte Karategruppe trat am Samstagmorgen den Weg gen Heimat an. Ich kann nur sagen, ich bin unendlich stolz dabei gewesen zu sein. Jedes Gasshuku ist etwas Besonderes, aber dieses war einmalig!

Bericht von Anuschka Ludwig

29. Juli - 02. August 2019

 
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