Lothar Ratschke in Böblingen - Karate Gäufelden

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Lothar Ratschke in Böblingen

Berichte > 2014


Wer kann schon 21 Dan-Grade vorweisen? Lothar Ratschke kann es – in sechs verschiedenen Stilrichtungen insgesamt: 7. Dan Stiloffenes Karate im DKV, 6. Dan Shotokan Ryu Kase Ha (Ratschke ist Schüler des verstorbenen Shihan Kase), 5. Dan Shotokan im DKV, 1. Dan Okinawan Kobudo, 1. Dan Kukishin-Ryu, 1. Dan Ju-Jutsu. Zudem ist er Mitglied im Okinawan Kempo e.V. Das ist eine Gruppierung des Thüringer Karate Verbandes e.V. und des DKV (Deutscher Karate Verband). Ziel ist es durch ein breit gefächertes Budo die traditionelle klassische Kampfkunst noch weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Kata, aus denen Elemente wie Grundschule, Kumite und Selbstverteidigung abgeleitet werden.
Abgehalten wurde der Lehrgang in der mustergültigen Turnhalle Diezenhalde in Böblingen. Wer da einen kräftigen „Haudegen" erwartete, irrt sich. Lothar Ratschke ist keiner. Er hat eine ruhige leise und geduldige Art.  In seinem Dojo in Erfurt biete er auch Rollstuhl Karate an. Das ist schon etwas Besonderes.
In der Oberstufe war unser Verein mit sechs Karateka vertreten: Mark Meloni, Heike Brösamle, Oliver und Thomas Negele, Heike Brumme und Carmela Schumacher. Das Training baute Shihan Ratschke hier auf der Kata Gankaku auf. Der Name heißt so viel, wie Kranich auf einem Felsen – ein Stand, der dem ein oder anderen bekannt ist aus dem Film „Karate Kid" von 1984. Oft verglich Ratschke die Kämpfer mit Tiger und Drachen. Jeder entwickelt irgendwann seine Stärken und kämpft z.B. als Tiger, oder als Drache, also ganz unterschiedlich. Eine Kata besteht im Grunde aus einer Abfolge von Techniken. Wenn man sie auseinandernimmt und die Anwendung mit einem Partner übt, nennt man das Bunkai - Anwendung. Die Interpretation der Kata-Techniken übernimmt der Trainer, in diesem Fall Shihan Ratschke. Blocktechniken, und der Übergang in Kontertechniken wie Schläge-, Hebel- oder Wurftechniken bestimmten den Lehrgang. Daneben gab das lebende Karate Lexikon Shihan (Großmeister) Ratschke oft Tipps und Wissenswertes dazu, wie z.B. das man Hand und Arm wie die Klinge eines Katanas ansehen und führen sollte, da die Techniken eben in jenen Waffen ihren Gegenpart finden. Daß man die Hände in den Ausholphasen öffnen, und beim Schlagen erst schließen sollte, wie ein Kranich mit den Schwingen ausschlägt und dann kompakt wird – das Prinzip von weich und Stark. Daneben gab er viele Hintergrundinformationen zu Ursprüngen von Begriffen und Techniken.
Ich finde Bunkai ist immer das Schwierigste: es gibt richtig gute Bunkai, aber auch richtig schlechte. Lothar Ratschke`s  Bunkai  zur Gankaku war richtig gut. Logisch, anspruchsvoll und so, dass man es nach einer Weile so richtig laufen lassen konnte J
.  Geduldig ging Shihan Ratschke von Gruppe zu Gruppe, korrigierte und erklärte.
„So, jetzt kommt das Schwierigste für heute," hörte man ihn da zum Spaß rufen, „ihr bildet jetzt mal aus Zweiergruppen Dreiergruppen. Mal sehen ob ihr das schafft!" Und ja, wir haben es hinbekommen... J. Nach 1 ¾ Stunden Training waren wir alle schweißgebadet. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

16. Februar 2014

 
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