Peter Consterdine & Iain Abernethy in Stuttgart - Karate Gäufelden

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Peter Consterdine & Iain Abernethy in Stuttgart

Berichte > 2015

Wie von Iain Abernethy (6. Dan, Combat Karate) letztes Jahr angekündigt, folgte ihm dieses Jahr auch sein Mentor Peter Consterdine (9. Dan, Combat Karate) von Groß Britannien nach Stuttgart nach. Damit folgten beide der Einladung des Universitäts Karate Dojos Stuttgart in die Uni Sporthalle in Stuttgart/Vaihingen. Es ist eine absolute Seltenheit hier in Deutschland neben dem Chiefinstructor der World Combat Association auch dessen Sensei (Meister) als Trainer zu haben. Das mag wohl der Grund dafür sein, daß die Halle diesmal ungewöhnlich voll war.
Die erste Trainingseinheit leitete Peter selbst. Mit mehreren Übungen versuchte er uns den sogenannten Power-Punch näherzubringen. Zu diesem Zweck legte er seinen Schwerpunkt auf den Tip-Step, den Double-Hip und die C-Shape.
Der beste Kampfsportler, führte er aus, sei Isaac Newton gewesen. Warum? Er erkannte das Prinzip von Actio und Reactio. Auch Sprinter benutzen diese Erkenntnis. Sie stoßen sich beim Start ab. Dies gibt ihnen eine Beschleunigung nach vorn. Der Tip-Step baut darauf auf. Durch ein Abstoßen am Boden wird eine zusätzliche Beschleunigung in Faust oder Arm erzeugt. Der Double-Hip soll dafür sorgen, daß der Körper nicht mit, sondern gegen die Bewegung schwingt, um die Energie im Schlag zu bündeln. Die C-Shape erzeugt demgegenüber ein Überspannen. Wie bei einem Speerwerfer wird dadurch ein Maximum an Energie in das erzeugt, was beim Karateka die Faust ist. All das klingt sehr theoretisch. Wenn man allerdings einen Punch von Shihan (Großmeister) Consterdine abkriegt, dann erkennt man sehr schnell, daß hinter dieser grauen Theorie eine enorme Schlagwirkung steckt. Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister. Deswegen ging es für die Übenden immer wieder an die Pratzen.
Iain Abernethy leitete das zweite Training. Sein Schwerpunkt lag im Take-down und dem Abschluß. Über die Tatsache, daß Gichin Funakoshi (der Gründer des Shotokan Karate) in seinem Heimatort als Jugendlicher auch das Ringen ausgeübt hatte, leitete Iain über in Kata-Anwendungen (genannt Bunkai), um diese Elemente anschaulich und vor allen Dingen praktisch weiterzuvermitteln. Den Abschluß der Wurftechniken bildeten Würge- und Überstreckungstechniken. Nach diesen Übungen waren wohl die meisten „more flexible" als davor…
Die dritte Trainingseinheit wurde wieder von Peter geleitet. Nach einem kurzen Exkurs zum Thema Selbstverteidigung und dem richtigen Verhalten dabei (Stichwort: Selbstschutz und Präventivschlag), stieg Peter direkt wieder in das Thema Power-Punch ein, jedoch mit anderen Techniken - nämlich, mit der offenen Hand. Oft benutzte er das Stichwort „Heavy Hands" - öfter noch in der Praxis an den Pratzen, die wir dann auch in der Folge reichlich bearbeiten konnten.
Dann fügte er Drills hinzu und machte aus dem Ganzen ein äußerst anstrengendes Konditionstraining. Faustschläge (Zukis) und Drehkicks (Mawashi Geris) forderten die Pratzen. Im Pyramidentraining wurden die Kombinationen dann auf die Spitze getrieben, denn nun hieß es neben dem Powern auch noch zu Denken. Zählen war angesagt. 2x schnelle Faustschläge, den Gegner wegstoßen, 4x Schlagen, Stoßen, 6x Schlagen, Stoßen, usw. hoch bis 20 und wieder runter auf 2.
Sein Kommentar: „Ich bin 66 Jahre alt und kann noch länger durchhalten wie jeder einzelne von euch!" war nicht nur ernst gemeint – als ehemaliges SAS Mitglied, Türsteher und Bodyguard, trifft es auch am besten Peters Einstellung zum harten Karatetraining. Danach waren die meisten auch körperlich am Feierabend angekommen. Im Anschluß feierte das ausrichtende Dojo mit allen Gästen zusammen ihr Sommerfest.
Für den Großteil war es damit nicht vorbei, denn am Sonntag ging es nochmals mächtig zur Sache. Shihan Peter leitete das Training bis zum Ende, unterstützt durch seinen Schüler Sensei Iain. In nichtendenwollenden Drills vertiefte er Übungen vom Vortag.
„Auf jeden Fall war das ein einmaliges Event unter den stilfremden Lehrgängen", so unsere beiden Teilnehmer Oliver & Thomas.

20. - 21. Juni 2015

 
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