Pratzen- und Kumitelehrgang in Karlsruhe - Karate Gäufelden

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Pratzen- und Kumitelehrgang in Karlsruhe

Berichte > 2016

4 Jiriki Karateka gönnten sich einen harten Kumite Lehrgang mit Michael Ehrenreich in Karlsruhe.

Michael Ehrenreich begann seine Karatelaufbahn 1978. Von 1992 bis 1997 war er Mitglied der Deutschen Karate-Nationalmannschaft und errang mehrere Titel auf nationaler und internationaler Ebene, wie z.B. Deutscher Meister, Japanischer Meister und Vizeweltmeister.
Michael vertritt die These, dass es vielen heutigen Schwarzgurten an der physischen und psychischen Stärke mangelt, welche für ein effektives Kumite nötig ist.
Dies weckte bei uns das Interesse und als wir mehr oder weniger zufällig erfuhren, dass Michael beim Budo Club Karlsruhe ein Training geben wird, war klar dort müssen wir hin. Pratzen- und Kumitelehrgang war die Überschrift des Lehrgangs.
Wir waren pünktlich an der „Alten Reithalle", welche im Herzen von Karlsruhe, mitten in einem Park liegt. Umgeben von Grün vermittelt dies eine schöne Trainingsatmosphäre. Wir wurden freundlich begrüßt und dann sollte es auch schon los gegen.
Michael erklärte uns nach der allgemeinen Begrüßung den Tagesablauf. Wir würden drei Trainingseinheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten haben. Trainiert wird nicht wie sonst üblich in Unter- und Oberstufe getrennt, sondern alle zusammen. Leider war der Anteil der Schwarzgurte im Vergleich zu den Farbgurten deutlich höher. Wir versuchten uns davon nicht beindrucken zu lassen und würden auf jeden Fall unser Bestes  geben.

Die erste Trainingseinheit stand unter dem Motto Schnelligkeit und Beweglichkeit. Michael lies uns zuerst im Stand Zukis schlagen, welche unser Partner versuchte mit schulterbreit geöffneten Händen zu fangen - gar nicht so leicht wie es sich anhört. Dies machten wir in mehreren Sätzen immer mit unterschiedlichen Partnern. Danach waren Hiza Geris an der Reihe, immer schneller als der Partner.
Ein Partner löst die Aktion aus der andere muss reagieren. Aktion-Reaktion wie wir alle schon von Sensei Julien Chees  gelernt haben. Weiter ging es dann mit Kizami Zuki und später noch mit Mae Geri. Nach diesen Reaktionsübungen kamen die ersten Partnerübungen mit Kontakt. Mit dem Rücken zum Partner mussten wir uns auf Kommando umdrehen, blocken und kontern. Der Abschluss der ersten Einheit bildete dann noch ein Kumite gegen mehrere Gegner. Einer gegen drei, später dann einer gegen vier. Es kam darauf an sich auf einer Angreifer zu fokussieren und dann gezielt zu handeln.

Zweite Trainingseinheit – Randori (Freikampf). Wir sollten sofort einsteigen. Randori gegen 2 Gegner. Kontakt zum Körper ist ausdrücklich gewünscht und sollte so hart sein, dass  man etwas spürt. Kumite bedeutet Kampf und jeder der kämpft, muss das Risiko eingehen getroffen zu werden, so Michaels These.
Gekämpft wurde ohne Faustschoner oder andere Schutzausrüstung. Michael wollte dadurch ein realistisches Kumite Gefühl vermitteln. Schnelligkeit, hohe Konzentration und konsequentes Handeln waren Ziel dieser Übung. Damit nicht genug. Im Verlauf dieser Einheit erhöhte sich die Anzahl der Gegner auf drei. Immer wieder gab uns Michael wichtige Tipps zu Taktik im Kampf gegen mehrere Gegner und demonstrierte diese auch eindrucksvoll.
Er wollte uns vermitteln, dass nur der konsequente Wille zu Gewinnen zum Sieg führen kann. Beim Kampf gegen eine Gruppe sollten wir uns immer auf einen Gegner konzentrieren und diesen gezielt ausschalten. „Ein Kampf gegen eine Gruppe zu gewinnen ist nur sehr schwierig und die Realität anderes als bei Jackie Chan Filmen", gab Michael uns noch mit auf den Weg.

Die dritte und letzte Trainingseinheit stand unter dem Schwerpunkt Schlagkraft erhöhen. Immer jeweils mit einem Partner und einer Pratze (Schutzpolster) übten wir Faustschlag Kombinationen erst im Stand und dann aus der Bewegung mit vollem Körpereinsatz. Weiter in diesem Schema ging es dann mit Fußtritten. Immer zuerst im Stand und dann aus der Bewegung.
Zusätzlich wurden noch kurze Fauststöße mit geringem Abstand zur Pratze geübt. Ziel dabei war es ohne Ausholbewegung die maximale Kraft zum Ziel zu bekommen. Als Abschluss der Krafteinheit zeige uns Michael Ehrenreich noch eine Konzentration und Schnelligkeitsübung. Mit dem Rücken zum Partner wurden wir vom Partner angetippt, mussten uns so schnell wie möglich drehen und den Partner mit 3-5 Handballenschlagen auf die Pratze zurückdrängen.

Zur Entspannung und Abschluss dieser letzten Trainingseinheit wollte uns Michael nochmals in eine realistische Kumite Situation versetzen. In-fight (Nahkampf). Alle Techniken sind erlaubt. Vorrangiges Ziel war den Kopf zu schützen, die Deckung des Gegners zu durchbrechen und mit gezielten Schlägen als Ablenkung eine Technik durch die Deckung hindurch ausführen. Vorsicht sollten wir Richtung Kopf walten lassen, es sollte niemand verletzt werden. Darum ging es zwar recht hart aber immer fair zur Sache.
Nass vom Schweiß war der Körper und Schmerzen an unterschiedlichsten Stellen waren am Ende des Lehrgangs festzustellen, aber trotzallem ein super Lehrgang mit vielen Tipps und neuen Erfahrungen. Beim nächsten Lehrgang mit Michael Ehrenreich sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei.

Bericht: Thomas Häcker

18. Juni 2016

 
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